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Die Temnitz

    AUF EINEM BLICK   

Lage: Deutschland, Brandenburg, Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Länge: 39,89 km
Quellgebiet: nahe Pfalzheim bei Rägelin, Gemeinde Temnitzquell
Mündung: Rhinkanal bei Zootzen, Ortsteil der Stadt Friesack
Flusssystem: Elbe
Einzugsgebiet: Rhin


 
                
Name

TemnitzDie Temnitz trägt einen Namen, den ihr die ehemals slawischen Bewohner der Region gegeben hatten. Eine im Jahre 1232 ausgestellte Schenkungsurkunde nennt das Flüsschen Timenize, andere Urkunden auch Tymanize. Der ursprüngliche Name dürfte Tmanize oder Tmenize gelautet haben. Um das Wort besser aussprechen zu können, fügten die Deutschen dem T i oder y an, woraus dann Temnitz wurde. Der Name des Flüsschens bedeutet Dunkelbach oder Dunkelfließ, denn die slawischen Wortstämme temn und tma stehen für dunkel. Tatsächlich erscheint das Wasser unterhalb von Netzeband so dunkel, dass man nicht auf den Grund sehen kann.1)


Amt TemnitzFlusslauf

Die Temnitz mit ihren Nebengewässern Landgraben, Strenkgraben, Landwehr-graben und Rohrlacker Graben entspringt nahe Pfalzheim bei Rägelin, fließt südwärts und mündet auf Höhe der Kreisgrenze zu Havelland in den Rhinkanal bei Zootzen.2)

Sie fließt durch die Orte Rägelin, Walsleben, Paalzow, Wildberg und Garz.2)

Die Temnitz wird im Fließgewässerverlauf durch vier große Wehranlagen reguliert. Das Wehr in Garz ist inzwischen zu einer großen Sohlgleite umgebaut worden. Weitere größere Wehranlagen befinden sich im Landwehrgraben Kränzlin.3)


Historischer Flusslauf

Der Lauf der Temnitz zeigt auf der Schmettauschen Karte von 1767/1787 einen streckenweise mäandrierenden bis stark geschwungenen Lauf. Bereits im Preußischen Messtischblatt ist im Unterlauf schon ein erster Ausbau festzustellen.
Ein Ausbau des Gewässers fand im Laufe des 19. Jahrhundert statt. Besonders stark waren die Eingriffe in den Gewässerlauf der Temnitz zwischen den fünfziger und neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts. In diese Zeit ist die Umverlegung der Mündung in den Rhinkanal wahrscheinlich einzuordnen. Auch das angrenzende Gebiet Nackeler Luch wurde durch Meliorationsmaßnahmen in das komplizierte wasserwirtschaftliche System des Rhinluchs eingebunden. Oberhalb von Wildberg wurde in den sechziger Jahren eine Komplexmelioration durchgeführt, wobei das angelegte Trapezprofil durch starke Erosion an den Böschungen eine Kastenform angenommen hat. Bei Schreymühle wurde der Lauf in den achtziger Jahren während des Brückenneubaus verlegt. Der Abschnitt zwischen Paalzow und Walsleben ist ebenfalls ausgebaut, jedoch lassen sich noch Altarmstrukturen in den benachbarten Grünländern finden.
Oberhalb Walsleben bis zur Eisenbahnbrücke Netzeband wurde die Temnitz in den fünfziger Jahren begradigt und zahlreiche Stichgräben angelegt, um die stark vernässten Wiesen zu entwässern. Zudem wurde dadurch eine größere Entwässerungstiefe erreicht. Es sind jedoch noch einige ehemalige Mäander zu finden. Zwischen der Katerbower Mühle und Rägelin wurde der Gewässerausbau in den siebziger Jahren durchgeführt. Unterhalb Rägelin blieb der Altlauf östlich als Fanggarben erhalten, oberhalb Rägelin wurden 1,2 km melioriert. Der weitere Lauf zum Quellgebiet wurde nicht verändert, jedoch existieren die beiden ursprünglichen Quellbäche nur noch als Entwässerungsgräben ohne ihren ursprünglichen Charakter.3)


Geologie und Hydrogeologie

Die Temnitz liegt hauptsächlich in der naturräumlichen Großeinheit „Nordbrandenburgisches Platten- und Hügelland“ sowie am südlichen Gebietsrand mit einem kleinen Anteil im „Luchland“.

Die Temnitz entspringt in einem Bereich starker Grundwasserdynamik. Dort gibt es zudem einen starken Grundwasserzustrom aus dem Rhin-Einzugsgebiet. Sie fließt in südliche Richtung dem Gefälle folgend zum Rhinluch. Im Oberlauf ist der Grundwasserstrom auch deutlich auf die Talniederung ausgerichtet, ab dem Mittellauf nimmt die Grundwasserdynamik ab und das Grundwasser folgt dem Gefälle zur Rhin-Niederung. Insbesondere an den westlichen und südlichen Einzugsgebietsgrenzen ist auch Grundwasserabstrom zum Rhin-Einzugsgebiet zu beobachten.

Die Temnitz ist nicht als Hochwasserschutz- und Überschwemmungsgebiet deklariert.

Die FFH-Gebiete „Oberes Temnitztal“ und „Oberes Temnitztal Ergänzung“ beziehen die Temnitz ein. Im 54,6 ha großen FFH-Gebiet „Oberes Temnitztal“ ist die Temnitz tief ins Gelände eingeschnitten und bildet ein schmales Tal. Der Fluß ist schnell fließend und wird von mehreren Hangquellen gespeist. Mit einer hohen Artenvielfalt an Fischen definiert sich das „Obere Temnitztal Ergänzung“.3)


1) „Wie die Temnitz zu ihrem gewundenen Lauf kam und andere Merkwürdigkeiten aus der Geschichte der Gemeinde Temnitzquell“, Teil I, Werner Herzlieb
2)Amt Temnitz
3) Gewässerentwicklungskonzept (GEK) für die Teileinzugsgebiete Temnitz und Kleiner Havelländischer Hauptkanal im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg (Stand: 2014)

Amt Temnitz

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