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2. Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren der Freiwilligen Feuerwehr Amt Temnitz in Rägelin

18/11/08

Rückblick: Am 13. und 14. Oktober 2018 fand der 2. Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren der Freiwilligen Feuerwehr Amt Temnitz in Rägelin statt. Der Dienstantritt der 44 Kinder und Jugendlichen aus den Jugendwehren Dabergotz, Kränzlin, Walsleben, Werder, Temnitzquell und Temnitztal Nord war um 8 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Rägelin. Die Feuerwehrkameraden und fleißigen Helfer aus Temnitzquell haben uns dort eine Feuerwehrwache eingerichtet.

Als Erstes wurden die Schlafsachen und das Gepäck verstaut, denn schließlich dauert ein Dienst bei der Berufsfeuerwehr 24 Stunden. Zusätzlich wurden die Jugendlichen in vier Gruppen eingeteilt, da verschiedene Ausbildungsinhalte auf dem Programm standen. Die Kinder, also die Teilnehmer unter 10 Jahren, bildeten eine weitere Gruppe. Anschließend gab es ein ausgiebiges Frühstück mit leckeren Brötchen, Aufschnitt, Obst, Gemüse und Getränken. Die erste Unterrichtseinheit begann um 9:30 Uhr. Die Gruppen verschwanden in ihren Unterrichtsräumen.

In der Küche war die Gruppe 1 aktiv, denn zum Dienst einer Feuerwehrfrau oder eines Feuerwehrmannes zählen auch Gemeinschaftsaufgaben wie Essen für die Kameradinnen und Kameraden vorbereiten, Getränke bereitstellen und die Tische eindecken. Da die Gruppen nach einer Unterrichtseinheit von 90 Minuten wechselten, hatte jede Gruppe auch Küchendienst.

Die Gruppe 2 absolvierte die Erste Hilfe Ausbildung. Hier hatte die Feuerwehr tatkräftige Unterstützung von den Kameradinnen und Kameraden des Katastrophenschutzes. Diese waren zu viert vor Ort und bildeten u.a. zu den Themen „stabile Seitenlage“ und „Wundversorgung“ aus. Währendessen durfte die Gruppe 3 draußen bei der Gerätekunde die Sonne genießen. Hier erklärten die Ausbilder die unterschiedlichen Geräte, deren Verwendung und bauten eine Wasserversorgung auf. Für die Gruppe 4 fand die Grundlagenausbildung statt. Besprochen wurden die verschiedenen Trupps, Mannschaftsstärke , auf welchen Fahrzeugen wird mit welcher Ordnung zum Einsatz gefahren und wie wird angetreten, um den Einsatzbefehl entgegennehmen zu können.

Um 10.15 Uhr war es dann soweit, der Alarm ertönte. Auf dem Alarmfax stand „Baum über Straße“ in Katerbow. und die Gruppe 4 machte sich auf den Weg. Am Einsatzort angekommen trat die Gruppe ordnungsgemäß, wie frisch gelernt, an. Der Einsatzleiter gab den Einsatzbefehl und die Kameradinnen und  Kameraden arbeiteten den Einsatz zügig ab, so dass der Leitstelle „Temnitz“ bereits um 10.30 Uhr das Einsatzende über Funk mitgeteilt werden konnte. Auch hier durften die Jugendlichen tatkräftig unterstützen und sich im Funken mit der Leitstelle ausprobieren. Zurück in der Wache ging es für die Gruppe 4 wieder in den Unterricht, ehe eine kurze Pause auf dem Programm stand. Da wurde sich natürlich auch mit den anderen Gruppen ausgetauscht, da diese sehr neugierig waren.

Nach der Pause wurde gewechselt. Nun hatte Gruppe 3 Küchendienst und bereitete unser Mittagessen vor. Es gab Nudeln mit Tomatensoße und das für insgesamt 80 Personen.

Der nächste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten und um 11.53 Uhr meldete das Alarmfax einen Einsatz in der Kiesgrube in Rossow. Es handelte sich um einen Motorradunfall mit Brandentwicklung. Diesmal mussten die Gruppen 2 und 3 los. Was ist jetzt eigentlich mit dem Mittag, wenn Gruppe 3 zum Einsatz fährt? Die Auflösung gibt es später. 10 Minuten später waren die Einheiten vor Ort und die ersten Kameradinnen und Kameraden, speziell der Angriffstrupp, rüstete sich schon mit Atemschutzgeräten aus, um zur Brandbekämpfung vorgehen zu können. Der Wassertrupp baute die Wasserversorgung auf und der Schlauchtrupp verlegte die Schlauchleitungen. Anschließend rüstete sich der Wassertrupp als Sicherungstrupp ebenfalls mit Atemschutzgeräten aus. Parallel dazu wurde die Menschenrettung durch die  Gruppe 2 vorgenommen. Das Unfallopfer, hier eine Puppe, hatte Verletzungen an Arm, Bein, Kopf und an der Hüfte und musste bereits an Ort und Stelle erstversorgt werden, ehe der Rettungsdienst eintraf. Auch hier konnten die Jugendlichen ihr erlerntes Wissen aus den Unterrichtseinheiten anwenden, so dass die verletzte Person versorgt und schließlich auch gerettet werden konnte. Das Feuer, das durch die Trockenheit an mehreren Stellen loderte und immer wieder aufflammte, konnte ebenfalls gelöscht werden. Die Einsatzkräfte haben sich knapp eine Stunde später wieder einsatzbereit in der Wache zurückmeldet.

Zu diesem Zeitpunkt roch es schon überall nach Nudeln mit Tomatensoße. Es hat also auch ohne Gruppe 3 geklappt, denn die anderen Kameradinnen und Kameraden, die in der Feuerwache geblieben sind, haben den Küchendienst übernommen.

Die Kinder unter 10 Jahre hatten bis dahin auch schon eine anstrengende Ausbildung mit Spiel und Spaß hinter sich. Es wurden sogar Experimente zum Thema „brennbare Stoffe“ gemacht. Großes Ziel war es schließlich die Kinderflamme 1 bzw. 2 am späten Nachmittag zu bestehen.

Nach dem Mittagessen ging es mit der Ausbildung weiter, ehe der nächste Einsatz um 13.25 Uhr anstand. Diesmal rückte Gruppe 1 zu einem Einsatz nach Katerbow aus. Hier wurde eine eingeklemmte Person gemeldet. Das Spannende an diesem Einsatz war, dass es sich um eine echte Person handelte, der vorher Verletzungen geschminkt wurden, um eine realistische Unfalldarstellung zu simulieren. Der Verletzte hatte unter anderem eine Kopfverletzung, die erstversorgt werden musste. Zusätzlich hatten es die Einsatzkräfte mit einer aufgelösten Angehörigen zu tun. Hier hieß es Ruhe bewahren und die Person zu betreuen, da sie scheinbar unter Schock stand und den Unfall nicht richtig realisiert hatte bzw. sich nicht erinnern konnte. Die Angehörige wurde vom Unfallort weg begleitet und ebenfalls betreut. Nach Eintreffen des Rettungsdienstes sollte die verletzte Person zum Rettungswagen gebracht werden. Sie fühlte sich in der Lage selbst zu gehen, jedoch war das nur von kurzer Dauer, so dass die Jugendlichen gleich noch einmal die stabile Seitenlage anwenden mussten. Um 14.18 Uhr meldeten sich die Einsatzkräfte wieder einsatzbereit zurück am Standort.

Für die Kaffeepause  hatte der Küchendienst leckeren Kuchen gebacken.

Am Nachmittag sollte auch der Spaß nicht zu kurz kommen und es wurde ein Chaosspiel mit vielen verschiedenen Quizfragen zur Allgemeinbildung und zur Feuerwehr gespielt. Als Belohnung gab es für alle ein Eis.

Nun war es endlich soweit, unsere „Kleinen“ konnten zeigen, was sie bisher schon gelernt hatten. Für die Kinderflamme 1 mussten u.a. die fünf „W“ erklärt werden (Wo ist es passiert, Was ist passiert, Wie viele Verletzte, Wer ruft an und Warten auf Rückfragen, nicht auflegen), vier Verkehrsschilder und vier Feuerwehrgegenstände erkannt werden. Für die Kinderflamme 2 mussten die Jüngsten noch eine Schippe drauflegen. Hier musste der Notruf abgesetzt, zwischen nützlichen und schädlichen Feuern unterschieden und  ein Feuerwehrknoten gezeigt werden. Die Kinder waren perfekt vorbereitet, so dass alle ihre Kinderflamme bestanden haben.

Währenddessen befanden sich die Jugendlichen wieder in ihren Ausbildungen und der nächste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten. Die Leitstelle meldete um 17.46 Uhr einen Einsatz in Pfalzheim. Die Gruppe 3 machte sich auf den Weg zu einem Verkehrsunfall mit Personenschaden. Auch hier hatte der Katastrophenschutz ganze Arbeit geleistet. Die verunfallten Person hatte eine Wunde im Gesicht. Nach der Lageerkundung meldete der Einsatzleiter zusätzlich auslaufende Flüssigkeiten. Der Wassertrupp war schon unterwegs und sicherte die Einsatzstelle großzügig ab, so dass die Einsatzkräfte sicher arbeiten konnten. Der Angriffstrupp begann sofort mit der Personenrettung. Diese war ansprechbar und wurde im Fahrzeug betreut. Zusätzlich wurde ein Kopfverband angelegt, ehe der Rettungsdienst eintraf. Der Schlauchtrupp kümmerte sich um die auslaufende Flüssigkeit, stellte eine Ölwanne unter das Fahrzeug und nutzte für die bereits ausgetretene Flüssigkeit Bindemittel, so dass keine gefährlichen Stoffe weiter in das Erdreich eindringen konnten. Nachdem die verletze Person dem Rettungsdienst übergeben wurde, konnte der Einsatz gegen 18.30 Uhr beendet werden.

Am Standort eingetroffen, duftete es bereits nach dem Abendessen. Der Küchendienst war wieder fleißig und es gab selbstgemachte Pizza in allen möglichen Varianten. Nach dem Essen wurden die Kinder abgeholt. Für sie endete ein spannender und aufregender Tag. Die „Großen“ hatten sehr viel Gesprächsstoff von dem Erlebten. Jede Gruppe hatte einen Einsatz und jeder konnte über ein persönliches Highlight berichten. Um 20.08 Uhr wurden die Gespräche von einem Alarm unterbrochen. Die Gruppe 4 musste zu einem brennenden PKW. Der Fahrzeugführer blieb unverletzt. Der Angriffstrupp rüstete sich nach dem Einsatzbefehl mit PA-Geräten aus und ging zur Brandbekämpfung mit dem 1. C-Rohr vor. Zusätzlich musste die Einsatzstelle ausgeleuchtet werden, da es bereits dunkel war. Der Fahrzeugführer des PKW war sehr aufgebracht, da er mit ansehen musste, wie sein Fahrzeug abbrannte. Letztlich sackte der Kreislauf zusammen, so dass der Rettungsdienst nachalarmiert werden musste. Der Melder übernahm erst einmal die Versorgung des Patienten. Mit der Hochlage der Beine, ging es diesem gleich etwas besser. Parallel dazu rüstete sich der Wassertrupp mit Atemschutzgeräten aus und nahm das 2. C-Rohr zur Brandbekämpfung vor. Vierzig Minuten später war auch dieser Einsatz erfolgreich beendet.

Die anderen Jugendfeuerwehrkameraden schauten in der Feuerwache gemeinsam DVD oder „chillten“ in ihren Aufenthaltsräumen.

Langsam machten sich alle nach dem anstrengenden Tag fertig für die Nachtruhe. Die musste aber noch etwas warten, da um 21.40 Uhr der nächste Einsatz auf dem Programm stand. Es handelte sich um einen Schuppenbrand in Netzeband. Die Gruppen 1 bis 3 wurden alarmiert und sollten ausrücken. Vorher teilte der Einsatzleiter mit, dass es sich um einen echten Brand handelt. Die Einsatzhelfer hatten ein „Holzhaus“ gezimmert und dieses dann angezündet. Beim Eintreffen am Einsatzort stand der Schuppen komplett in Flammen. Die Fahrzeuge und die Besatzung teilten sich bereits bei der Anfahrt auf. Der Einsatzleiter gab über Funk die Befehle, so dass die Wasserversorgung zügig aufgebaut werden konnte. Der Schlauchtrupp verlegte das Schlauchmaterial und der Angriffstrupp sowie der Wassertrupp konnten zur Brandbekämpfung vorgehen. Diese wurden durch weitere Kräfte abgelöst, da die Einsatzzeit unter Atemschutzgerät begrenzt ist. Der Eigentümer des Schuppens erlitt eine Rauchvergiftung, da er sein Hab und Gut retten wollte. Der Rettungsdienst wurde nachalarmiert. Nach dem Ablösen der Einsatzkräfte am Strahlrohr brachen drei Einsatzkräfte vor Erschöpfung zusammen. Nun war wieder die Erste Hilfe gefragt. Hier konnten die Kameradinnen und Kameraden zügig agieren und gaben die neue Lage an den Einsatzleiter weiter, so dass dieser weitere Kräfte vom Rettungsdienst nachalarmieren konnte. Eine Stunde später war das Feuer gelöscht und alle Kameradinnen und Kameraden konnten nun in ihre Betten fallen.

Am Sonntag gab es zum Abschluss ein gemeinsames Frühstück. Vor Schichtende gegen 10 Uhr wurde noch alles aufgeräumt, ehe der 2. Berufsfeuerwehrtag des Amtes Temnitz zu Ende ging.

 

 

Katharina Kluth
Jugendwartin Jugendfeuerwehr Dabergotz

 

Amt Temnitz

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