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Die Lebensader der Region bewahren

Gemeinsamer Auftakt zur FFH-Managementplanung für das Temnitztal

18/06/07

Zum Auftakt der Managementplanung für das Natura 2000-Gebiet „Oberes Temnitztal Ergänzung“ südlich von Rägelin lud die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg zu Infoveranstaltungen nach Walsleben und Wildberg ein. Hoffnungen und Sorgen sowie der Planungsprozess rund um die Temnitz standen im Mittelpunkt.

Ansässige Landwirte, Anwohner, Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde, des Anglerverbandes sowie der Waldeigentümer, Vertreter der Gemeinden - darunter der Bürgermeister von Walsleben -, Heimatforscher sowie Mitglieder des regionalen Kulturvereins und Interessierte nahmen an der Auftaktveranstaltung zur FFH-Managementplanung für das obere Temnitztal teil. Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg koordiniert die Planungen und hat das Fachbüro LB Planer+Ingenieure GmbH mit der Erstellung eines Managementplanes beauftragt.

Viele der Anwesenden zeigten sich besorgt. Zum einen über den Zustand der Temnitz, die durch Verschlammung und die fehlende Fließgeschwindigkeit beeinträchtigt ist. So wiesen die anwesenden Angler auf den schlechten ökologischen Zustand des Gewässers hin. Fischarten wie zum Beispiel die Hasel, die früher in der Temnitz lebten, wären heute nicht mehr zu finden. Die Sorgen der Angler, dass durch den Managementplan zum anderen Einschränkungen entstehen, nahm Frank Berhorn von der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg ernst: „Wir schätzen das Wissen der Angler, die das Gewässer sehr gut kennen und über Jahre hinweg beobachten. Ein weiteres Treffen, bei dem sich die Angler und Planer zu dieser speziellen Thematik gezielt austauschen können, ist bereits angedacht.“

Berhorn informierte während der Veranstaltung über die Inhalte und den Ablauf der Managementplanung. Zu den geschützten Arten und Lebensräumen in dem Natura 2000-Gebiet zählen zum Beispiel die Flussmuschel, das Großes Mausohr, Fischotter und Bitterling, die Temnitz als Tieflandsfluss selbst sowie feuchte Hochstaudenfluren und ein Moorwald. Diese werden in den kommenden Monaten von den Mitarbeitern des Planungsbüros genau untersucht. Wo es notwendig ist, werden in der Folge Schutz und Bewirtschaftungsmaßnahmen benannt, um die Arten und Lebensräume in einem guten Zustand zu halten oder wieder dahin zu entwickeln. Die Vorschläge werden mit den Akteuren vor Ort besprochen.

Frank Berhorn macht deutlich: „Die Veranstaltung hat vor allem gezeigt, welche Wertschätzung die Temnitz als Lebensader der Region erfährt. Die Managementplanung kann die verschiedenen Akteure, die gemeinsam etwas bewirken wollen, an einen Tisch bringen. Gelder für praktische Maßnahmen könnten dann beispielsweise aus Förderprogrammen der Wasserrahmenrichtlinie genutzt werden.“ So wäre laut Kulturverein Temnitztal e.V. auch eine behutsame touristische Erschließung mit Fuß- bzw. Radwegen wichtig für die Region.

 


Ausblick: der Ablauf der Managementplanung für das obere Temnitztal

Derzeit untersuchen Mitarbeiter des Planungsbüros LB Planer+Ingenieure GmbH die Arten und Lebensräume. Diese Arbeiten werden noch die kommenden Monate in Anspruch nehmen. Erste Fledermaus-Untersuchungen fanden bereits statt. Dabei ist auch die seltene Mopsfledermaus ins Netz gegangen.

Auf Grundlage der erhobenen Daten wird der Zustand der jeweiligen Arten und Lebensräume bewertet und Vorschläge für Schutz-und Bewirtschaftungsmaßnahmen formuliert. Diese werden ab Herbst 2018 in Einzelgesprächen mit den entsprechenden Eigentümern und Nutzern der Flächen besprochen. 2019 werden die ersten Ergebnisse in öffentlichen Veranstaltungen präsentiert. Zu Beginn des Jahres 2020 soll der erste Entwurf des Managementplanes stehen.

Mitte 2020 wird der Planungsprozess abgeschlossen sein. Ab dann werden die Bundesländer voraussichtlich angehalten sein, die Lebensräume und Arten zu schützen und ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen, um hierfür gemeinsam mit den Menschen vor Ort die notwendigen Maßnahmen umzusetzen.

 


Öffentlicher Fledermausfang

Am 25. August um 19:30 Uhr werden Mitarbeiter des Büros LB Planer+Ingenieure GmbH mithilfe von Netzfängen die Fledermäuse an der Temnitz untersuchen. Dies wird eine öffentliche Veranstaltung sein, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Vor allem den Kindern und Jugendlichen soll die Möglichkeit gegeben werden, den besonderen Arten vor ihrer Haustür noch ein Stück näher zu kommen. Der genaue Ort wird noch bekannt gegeben.

Weitere Informationen hierzu sind in den kommenden Wochen auf der Seite www.natura2000-brandenburg.de zu finden.

Ansprechpartner:

Frank Berhorn
Tel.: 0331/97164866
E-Mail: frank.berhorn@naturschutzfonds.de

Amt Temnitz

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